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Stadtführer & ReiseleiterRegensburg · Donau · Umland

Napoleon in Regensburg 1809

Aktualisiert am · Lesezeit etwa 3 Minuten

Im Frühjahr 1809 wurde Regensburg zum Schauplatz eines der Feldzüge Napoleons. Bei der Erstürmung der Stadt wurde der Kaiser selbst verwundet, und Stadtamhof brannte fast vollständig nieder. Eine Themenführung folgt den Spuren dieser Tage durch die Stadt.

Datum
19. bis 23. April 1809
Krieg
Fünfter Koalitionskrieg
Dauer der Führung
etwa 90 Minuten
Stationen
Stadtamhof, Steinerne Brücke, Stadtmauer, Keplerdenkmal
Die Straße Stadtamhof in Regensburg mit Blick zur Dreifaltigkeitskirche
Die Straße Stadtamhof in Regensburg mit Blick zur Dreifaltigkeitskirche. Foto: Dguendel, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Regensburg um 1800

Zur Zeit Napoleons war Regensburg eine besondere Stadt. Hier tagte seit 1663 der Immerwährende Reichstag, doch das Heilige Römische Reich zerfiel. 1803 entstand das Fürstentum Regensburg unter Karl Theodor von Dalberg, 1806 endete das Reich. 1810 kam die Stadt schließlich an das Königreich Bayern. In diesen wenigen Jahren änderte sich für die Bürger fast alles.

Die Kämpfe im April 1809

1809 führte Österreich erneut Krieg gegen Frankreich, im sogenannten Fünften Koalitionskrieg. Die österreichische Armee unter Erzherzog Karl rückte in Bayern ein. Zwischen dem 19. und dem 23. April kam es in der Gegend zwischen Abensberg, Eggmühl und Regensburg zu einer Folge von Gefechten. Am Ende zogen sich die Österreicher über die Donau zurück und hielten zunächst Regensburg.

Am 23. April stürmten französische Truppen die Stadt. Dabei wurde Napoleon in der Nähe der Stadtmauer von einer matten Gewehrkugel am Fuß getroffen. Die Wunde war eine Prellung, Ärzte der Garde verbanden ihn, und er stieg unter dem Jubel der Soldaten wieder aufs Pferd. Die Geschichte verbreitete sich schnell und wurde später gern ausgeschmückt.

Stadtamhof in Flammen

Besonders schwer traf es Stadtamhof, den Ort am Nordufer der Donau gegenüber der Altstadt. Straßenkämpfe und Beschuss zerstörten fast alle Häuser. Die Kirche St. Mang brannte, Katharinenspital und Schwarzer Turm wurden schwer beschädigt. Noch in der Nacht vernichtete das Feuer weitere Häuser und eine Brauerei.

Wer heute durch Stadtamhof geht, sieht davon auf den ersten Blick wenig. Die Häuser wurden wieder aufgebaut, die breite Hauptstraße wirkt fast idyllisch. Eine Führung zeigt, wo die Brüche liegen: an Baudaten über den Türen, an Neubauten aus dem frühen 19. Jahrhundert und an Lücken, die bis heute geblieben sind.

Eine Führung auf den Spuren

Eine Napoleon-Führung beginnt am besten in Stadtamhof. Von dort geht es über die Steinerne Brücke, um die damals heftig gekämpft wurde, in die Altstadt. Am Alten Rathaus geht es um das Ende des Reichstags und die Zeit Dalbergs. Von dort führt der Weg nach Südwesten an die Reste der Stadtbefestigung und weiter zum Keplerdenkmal. Unterwegs lässt sich gut erzählen, wie die Bürger die Kämpfe erlebten, wer einquartiert wurde und was der Krieg kostete.

Für Schulklassen ist das Thema dankbar, weil sich große Politik und Alltag der Menschen gut verbinden lassen. Erwachsene Gruppen interessiert oft die Frage, wie sehr Napoleon das heutige Bayern geprägt hat. Ohne ihn wäre Regensburg wohl nicht bayerisch geworden.

Weiter in die Region

Die Zeit der Befreiungskriege hat in der Umgebung ein großes Denkmal hinterlassen: die Befreiungshalle bei Kelheim, die Ludwig I. zur Erinnerung an die Kriege gegen Napoleon bauen ließ. Wer die Altstadt erst allgemein kennenlernen will, beginnt mit der klassischen Stadtführung.