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Stadtführer & ReiseleiterRegensburg · Donau · Umland

Die Befreiungshalle auf dem Michelsberg

Aktualisiert am · Lesezeit etwa 3 Minuten

Hoch über Kelheim steht ein runder Bau, der eher an einen riesigen Steinzylinder als an ein Denkmal erinnert. Die Befreiungshalle erinnert an die Kriege gegen Napoleon. Drinnen ist sie überraschend hell, und von der Galerie aus sieht man zwei Flusstäler auf einmal.

Lage
Michelsberg über Kelheim, am Zusammenfluss von Altmühl und Donau
Zeitbedarf
1 bis 1,5 Stunden
Anreise
Auto oder Bus bis zum Parkplatz, zu Fuß ab Kelheim
Kombination
Schifffahrt durch den Donaudurchbruch
Die Befreiungshalle auf dem Michelsberg oberhalb von Kelheim
Die Befreiungshalle auf dem Michelsberg oberhalb von Kelheim. Foto: Daniel Cox, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Ein Denkmal für die Befreiungskriege

Auftraggeber war, wie bei der Walhalla, König Ludwig I. von Bayern. Die Halle sollte an die Befreiungskriege von 1813 bis 1815 erinnern. Die Planung lag zunächst bei Friedrich von Gärtner, der 1842 mit dem Bau begann. Nach seinem Tod 1847 übernahm Leo von Klenze und änderte den Entwurf deutlich. Eingeweiht wurde die Halle am 18. Oktober 1863, genau fünfzig Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig.

Der Bau ist 45 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 29 Metern. Er steht auf dem Michelsberg, dort wo die Altmühl in die Donau mündet. Kelheim liegt direkt darunter.

Überall die Zahl 18

Wer genau hinsieht, findet die Zahl 18 immer wieder. Die Völkerschlacht bei Leipzig endete an einem 18. Oktober, die Schlacht bei Waterloo fand an einem 18. Juni statt. Klenze hat die Zahl deshalb im ganzen Bau verteilt: Außen stehen auf 18 Strebepfeilern 18 große Frauenfiguren, die deutsche Länder und Stämme darstellen, etwa Franken, Schwaben, Bayern oder Preußen. Innen tauchen Vielfache von 18 bei Säulen und Pfeilern auf, und die Inschriften nennen 18 Feldherren und 18 Festungen.

Die Siegesgöttinnen im Inneren

Im Kuppelsaal stehen Siegesgöttinnen aus weißem Marmor im Kreis, die sich an den Händen fassen. Die Figuren gehen auf Entwürfe von Ludwig Schwanthaler zurück, ausgeführt wurden sie von mehreren Bildhauern. Zwischen ihnen hängen bronzene Schilde. Der Raum wirkt durch das Licht aus der Kuppel fast feierlich, und es ist meist erstaunlich still.

Über Treppen erreicht man zwei Galerien. Die innere führt um den Kuppelsaal herum und zeigt die Figuren von oben. Die äußere Galerie liegt unter freiem Himmel, von hier sieht man das Donautal in Richtung Weltenburg und das Altmühltal nach Westen. Seit 2008 gibt es zusätzlich einen Aufzug in den Kuppelsaal.

Besuch planen

Die Halle gehört zur Bayerischen Schlösserverwaltung, Eintritt und Öffnungszeiten finden Sie dort. Für Gruppen ist der Parkplatz am Michelsberg praktisch. Wer gut zu Fuß ist, steigt von Kelheim aus durch den Wald auf. Das dauert etwa eine halbe Stunde und lohnt sich, weil man die Halle dann langsam zwischen den Bäumen auftauchen sieht.

Ideal ist die Verbindung mit einer Schifffahrt durch den Donaudurchbruch nach Weltenburg. Die Schiffe legen in Kelheim ab. Ein mögliches Tagesprogramm: vormittags Befreiungshalle, mittags auf dem Schiff zum Kloster, Einkehr im Klosterhof und mit dem Schiff zurück.

Was man kritisch sehen kann

Die Befreiungshalle ist ein Denkmal ihrer Zeit. Sie feiert militärische Siege und eine Vorstellung von Nation, die heute anders bewertet wird. Eine gute Führung zeigt das, ohne den Bau schlechtzureden: Er ist ein Zeugnis dafür, wie das 19. Jahrhundert sich selbst sah, und gerade deshalb interessant. Die Fortsetzung der Geschichte der napoleonischen Zeit finden Sie in Regensburg, wo 1809 gekämpft wurde. Mehr dazu im Beitrag über Napoleon in Regensburg.

Zum Weiterlesen und für aktuelle Zeiten: Bayerische Schlösserverwaltung: Befreiungshalle.