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Stadtführer & ReiseleiterRegensburg · Donau · Umland

Der Alleengürtel um die Altstadt

Aktualisiert am · Lesezeit etwa 2 Minuten

Die meisten Besucher erleben Regensburg als Stadt aus Stein. Dabei zieht sich um die Altstadt ein grüner Ring aus Alleen und Parks, auf dem die Regensburger joggen, Hunde ausführen und im Schatten sitzen. Eine Führung entlang dieses Gürtels zeigt die Stadt aus einem ungewohnten Blickwinkel.

Angelegt
ab 1779
Stifter
Fürst Carl Anselm von Thurn und Taxis
Länge des Spaziergangs
etwa 1,5 bis 2 Stunden
Untergrund
eben, gut für Kinderwagen und Rollstuhl
Historische Aufnahme des Keplerdenkmals in der Regensburger Allee
Historische Aufnahme des Keplerdenkmals in der Regensburger Allee. Foto: Rijksmuseum, CC0, Wikimedia Commons

Wo früher die Mauern standen

Bis ins 18. Jahrhundert war Regensburg von Mauern, Gräben und Wällen umgeben. Als die Befestigungen ihre militärische Bedeutung verloren, ließ Fürst Carl Anselm von Thurn und Taxis ab 1779 eine Allee um die Altstadt anlegen. Er bezahlte sie aus eigener Tasche. Heute heißt der Weg Fürst-Anselm-Allee, und er markiert im Westen, Süden und Osten die Grenze des Welterbegebiets.

Das Haus Thurn und Taxis, durch die Post reich geworden, war seit dem 18. Jahrhundert in Regensburg ansässig. Die Allee war ein Geschenk an die Stadt und zugleich eine Geste, die den Rang der Familie zeigte.

Parks an beiden Enden

Im Westen schließt der Herzogspark den Gürtel ab, ein kleiner, ruhiger Park an der Donau mit altem Baumbestand. Im Osten liegt der Villapark mit der neugotischen Königlichen Villa, die über dem Fluss thront. Im Süden grenzt der Park des Schlosses Thurn und Taxis an die Allee. Der Schlosspark ist nicht frei zugänglich, aber man sieht durch das Gitter hinein, und im Advent findet hier ein bekannter Weihnachtsmarkt statt.

Johannes Kepler in Regensburg

Am südwestlichen Abschnitt der Allee steht das Keplerdenkmal, ein kleiner Rundtempel. Der Astronom Johannes Kepler starb 1630 in Regensburg, wohin er gereist war, um ausstehendes Gehalt einzufordern. Sein Grab ist verloren, der Friedhof wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Das Denkmal entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. In der Altstadt erinnert außerdem das Kepler-Gedächtnishaus an ihn, das Haus, in dem er starb.

Unweit des Denkmals soll 1809 auch Napoleon verwundet worden sein. Wer sich für diese Episode interessiert, liest den Beitrag über Napoleon in Regensburg.

Ein Spaziergang in Etappen

Der vollständige Gürtel lässt sich in etwa eineinhalb bis zwei Stunden gehen, mit Pausen und Erklärungen eher länger. Ein guter Startpunkt ist der Herzogspark im Westen. Von dort folgt man der Allee nach Süden, am Keplerdenkmal vorbei Richtung Bahnhof, entlang des Schlossparks und schließlich nach Osten bis zum Villapark und zur Donau. Unterwegs lohnt es sich, kurz in die Altstadt hineinzuschauen, um den Gegensatz zwischen dichter Bebauung und offenem Grün zu spüren.

Was eine Führung erzählen kann

Die Allee ist kein Museum, sondern Alltag. Gerade das macht sie spannend: Ein Gästeführer kann zeigen, wo die Stadtmauer verlief, welche Tore es gab, wie die Stadt im 19. Jahrhundert über ihre Grenzen wuchs und welche Bäume hier stehen. Viele Einheimische laufen täglich über die Allee und wissen trotzdem wenig darüber. Für eine erste Begegnung mit der Altstadt selbst empfiehlt sich die klassische Stadtführung, für einen Überblick über das, was in der Stadt sonst geboten ist, der Beitrag zu Freizeit und Veranstaltungen.