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Stadtführer & ReiseleiterRegensburg · Donau · Umland

Regensburg bei Nacht

Aktualisiert am · Lesezeit etwa 3 Minuten

Wenn die Tagesgäste weg sind und die Laternen angehen, wird die Regensburger Altstadt still. Die Fassaden treten im Licht plastisch hervor, Gassen, die tagsüber voll sind, gehören plötzlich wenigen Spaziergängern. Eine Abendführung zeigt die Stadt von einer Seite, die man im Tageslicht nicht sieht.

Dauer
etwa 90 Minuten
Beginn
nach Einbruch der Dunkelheit
Beste Zeit
Herbst bis Frühjahr
Mitbringen
bequeme Schuhe, etwas Warmes
Der Regensburger Dom St. Peter am Abend beleuchtet
Der Regensburger Dom St. Peter am Abend beleuchtet. Foto: Jens Hirsch, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Warum am Abend?

Bei Tag ist Regensburg laut und lebendig. Am Abend verschwinden Werbeschilder und Schaufenster im Dunkel, übrig bleiben Stein, Licht und Schatten. Plötzlich sieht man, wie die mittelalterliche Stadt gebaut ist: hohe Häuser, schmale Gassen, kleine Plätze, die sich überraschend öffnen. Viele Teilnehmer sagen nach einer Abendführung, sie hätten die Stadt erst jetzt verstanden.

Dazu kommt die Stimmung. Geschichten über Pest, Brände, Henker und Hexenprozesse wirken im Halbdunkel ganz anders als mittags zwischen Eisdielen. Gute Führungen nutzen das, ohne in billigen Grusel abzurutschen.

Eine mögliche Route

Ein klassischer Abendweg beginnt an der Donau. Von der Steinernen Brücke aus sieht man die angestrahlten Domtürme über den Dächern, das ist der erste große Moment. Durch das Brücktor geht es in die Altstadt und zum Dom St. Peter, dessen Westfassade nachts besonders eindrucksvoll beleuchtet ist.

Weiter zum Haidplatz mit dem Haus „Zum Goldenen Kreuz“, in dem 1547 Don Juan de Austria zur Welt kam, und der Neuen Waag. Am Alten Rathaus erzählt der Stadtführer vom Immerwährenden Reichstag und den Gesandten, die hier über Jahrzehnte verhandelten. Am Goliathhaus bleibt die Gruppe stehen, bis sich die Augen an das Licht gewöhnt haben und das riesige Wandbild aus dem Dunkel auftaucht. Zum Schluss erreicht man die Porta Praetoria, das alte Römertor, wo die Geschichte der Stadt im Jahr 179 begann.

Die beste Jahreszeit

Im Sommer wird es spät dunkel, eine Abendführung beginnt dann erst gegen 21 Uhr oder später. Im Herbst und Winter kann man schon am frühen Abend starten, was für Gruppen mit Abendessen praktischer ist. In der Adventszeit kommen die Weihnachtsmärkte dazu, die die Plätze zusätzlich beleuchten. Mehr zu den Märkten und Festen steht im Beitrag über Veranstaltungen in Regensburg.

Nachtwächter und Laternen

Viele Städte bieten Nachtwächterführungen an, bei denen der Gästeführer in historischer Kleidung mit Laterne und Hellebarde auftritt. Der Nachtwächter war in mittelalterlichen Städten tatsächlich eine wichtige Figur: Er rief die Stunden aus, warnte vor Feuer und achtete darauf, dass die Tore geschlossen blieben. Ob Sie lieber eine kostümierte Führung oder einen sachlichen Abendspaziergang wollen, ist Geschmackssache. Beides hat seinen Reiz. Ein paar Überlegungen zu kostümierten Formaten finden Sie bei den Erlebnisführungen.

Praktische Hinweise

  • Bequeme Schuhe sind wichtig, das Pflaster ist uneben und nachts schlechter zu sehen.
  • Abends wird es an der Donau auch im Sommer schnell kühl.
  • Für Gruppen über 25 Personen lohnt sich ein zweiter Gästeführer, sonst versteht hinten niemand etwas.
  • Ein Ende in der Nähe eines Lokals ist praktisch, die meisten Teilnehmer wollen danach noch einkehren.

Wer die Altstadt lieber erst bei Tag kennenlernen möchte, findet die Grundroute im Beitrag zur Stadtführung durch Regensburg.